Die richtige Behandlung bei einem verstauchten Fuß

Die richtige Behandlung bei einem verstauchten Fuß

Die Ganze Woche   |   Nov 17   |   PDF Artikel lesen

Die richtige Behandlung bei einem verstauchten Fuß für den KnöchelDiese Jahreszeit ist für unsere Füße gefähr-lich. Laub, Schneematsch oder vereiste Stellen können uns schnell zu Fall bringen und den “Knöchel”, wie wir das Sprunggelenk salopp nennen, schwer verletzen. Im Un-glücksfall ist es wichtig, richtig zu handeln.

Ein falscher Tritt, eine unglückliche Landung und schon ist der Fuß umgeknickt, der Knöchel verstaucht. Auf nassem Laub, Schneematsch und gefrorenen Was-serstellen kommen wir leicht ins Rutschen, umso mehr, wenn die Schuhe nicht den Wetterverhältnissen ent-sprechen. “Wer sich den Knöchel bei einem Sturz ver-staucht und danach den Fuß überhaupt nicht belasten und nicht auftreten kann, der sollte gleich die nächste Unfallambulanz aufsuchen. Es besteht die Gefahr, dass das Sprunggelenk durch den Sturz einen Knochenscha-den erlitten hat. Ist der Fuß hingegen zwar nur unter Schmerzen, aber zumindest leicht belastbar, hilft vor-erst die sogenannte PECH-Therapie”, erklärt Dr. Peter Bock (Tel.: 0664/5550893, www.drbock.at), Ortho-päde, orthopädischer Chirurg und Leiter des Fuß-teams des Orthopädischen Spitals Speising in Wien.

 

Das hält Ihre Knöchel fit und beugt Stürzen vor

  • Die Sohle der Schuhe sollte aus echtem Gummi (etwa von Vibram) sein und ein tiefes Profil haben. Das gibt eine gute Bodenhaftung.
  • Bevorzugen Sie Schuhe, die einen festen Halt um den Knöchel bieten.
  • Trainieren Sie täglich das Gleichgewicht. Muskeln und Nerven reagieren bei Trainierten schneller und verhindern den einen oder anderen Sturz.
  • Fragen Sie Ihren Orthopäden nach Einlagen, die dem Fuß mehr Stabilität geben.
  • Gleichmäßige sportliche Bewegung wie Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen.

Die Buchstaben stehen für Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Die Pause entlastet den verletzten Fuß. Mit Eis, am besten in Form von in ein Tuch ge-wickelten Eiswürfeln, wird der Knöchel vier bis fünf Mal am Tag für eine halbe bis dreiviertel Stunde ge-kühlt. Ein Kompressionsverband, also eine elastische Bandage, die Tag und Nacht getragen wird, hält die Schwellung im Zaum und stabilisiert das verletzte Gelenk. Wichtig ist, die Bandage darf Druck aus-üben, aber nicht schmerzen. Und das Hochlagern des Fußes hilft beim Abbau der Schwellung und des Blut-ergusses, der bei so einer Verletzung meist auftritt. “Kommt es nach zwei, drei Tagen mit der PECH-Therapie zu keiner deutlichen Besserung, sollte im-mer ein Arzt aufgesucht werden. “Es besteht die Ge-fahr, dass ein Außen- oder Innenband eingerissen oder durchgerissen ist. Solche Verletzungen müssen vom Facharzt behandelt werden”, erklärt Dr. Bock. Je nach Schweregrad der Verstauchung erhält der Patient für ein bis zwei Wochen einen Spalt-Gips oder für sechs Wochen eine 24-Stunden-Schiene. “Eine Operation ist selten notwendig, etwa bei einem Knochenbruch im Sprunggelenk oder wenn mehrere Bänder gerissen sind. Es gibt auch Patienten, die häufig umknicken. Für sie ist es besser, die Bänder um das Sprunggelenk operativ zu straffen, denn die hohe Instabilität schadet auf lange Sicht dem Knorpel im Sprunggelenk.”

Die Genesung eines verstauchten Knöchels braucht Zeit. Vor allem operierte oder geschiente Knöchel benötigen im Anschluss Physiotherapie sowie alle, die bleibende Schmerzen oder eine anhaltende In-stabilität spüren. “Durch die Physiotherapie werden Muskeln und Sehnen trainiert, damit die Stabilität im Fuß wieder gegeben ist. Ideal sind mehrere Einheiten, leider übernehmen die Kassen die Kosten nur zum Teil. Für den kranken Fuß wäre es aber ein wichtiger Schritt zur vollkommenen Genesung.”